MENA Security Monitor 2015-03-13

Wie ist die Lage in Nahost und Nordafrika? Der MENA Security Monitor bietet jeden Freitag einen Rückblick auf wichtige Ereignisse und Entwicklungen der vergangenen Woche und weist auf besonders lesenswerte Publikationen hin – stets mit dem Fokus auf sicherheitsrelevanten Themen.

Jordanien
Das US-amerikanische Peace Corps hat seine Aktivitäten in Jordanien aufgrund der zunehmenden regionalen Instabilität vorerst eingestellt. Alle 37 ausländischen Mitarbeiter haben das Land bereits verlassen. Der Betrieb wird nun allein von lokalen Mitarbeitern aufrechterhalten.

Libanon
Die Sicherheitslage im Libanon ist aufgrund des wachsenden Einflusses jihadistischer Gruppen weiterhin fragil. An der Grenze zu Syrien kontrollieren Kämpfer von mit dem Islamischen Staat (IS) oder Jabhat al-Nusra affilierten Gruppen inzwischen ein Territorium von rund 1000 Quadratkilometern. Dies erleichtert die Versorgung der Jihadisten in Syrien mit Waffen und Ausrüstung.

Ägypten
Seit Beginn des Jahres wurde Ägypten von einer Reihe heftiger Terroranschläge erschüttert. Die Anschläge zeigen, dass es der ägyptischen Regierung trotz massiver Anti-Terror-Operationen noch immer nicht gelungen ist, die für die Anschläge verantwortliche Gruppe Islamischer Staat – Provinz Sinai (vormals Ansar Bait al-Maqdis) nachhaltig zu schwächen.

Libyen
Inmitten des Chaos des Konflikts in Libyen haben sich jihadistische Gruppen als dritte Macht zwischen den beiden großen Blöcken um Libya Dawn auf der einen und Operation Dignity auf der anderen Seite positioniert. Mit ihrem wachsenden Einfluss sind sie in der Lage, jede mögliche Annäherung zwischen diesen beiden Blöcken zu behindern.

Islamischer Staat (IS)
Der Anschluss der nigerianischen Terrorgruppe Boko Haram an den Islamischen Staat ist mehr als ein symbolischer Akt und wird weitreichende Folgen haben. Dies gilt im Hinblick auf die künftige Kooperation beider Parteien bei gemeinsamen Operationen ebenso wie in Bezug auf die Finanzen und die Moral der Kämpfer.

Am Islamischen Staat ist vieles islamisch, denn er beruht auf einer engen Auslegung der Quellen. Auch ist der IS mehr als eine Terror-Miliz: Er ist ein Staat. Auch das gehört zum Selbstverständnis des Islam. Damit zwingt der IS die Muslime zu einer Standortbestimmung, wo der Islam im 21. Jahrhundert steht.

Der Islamische Staat gerät zunehmend unter Druck: Dafür sorgen nicht allein die militärischen Aktionen der irakischen Regierung und ihrer Helfer. Auch im Innern wachsen die Probleme durch eine zunehmende Zwistigkeiten und eine steigende Zahl von Deserteuren.