MENA Security Monitor 2015-05-01

Wie ist die Lage in Nahost und Nordafrika? Der MENA Security Monitor bietet jeden Freitag einen Rückblick auf wichtige Ereignisse und Entwicklungen der vergangenen Woche und weist auf besonders lesenswerte Publikationen hin – stets mit dem Fokus auf sicherheitsrelevanten Themen.

Ägypten

Auf der Sinai-Halbinsel hat der Stamm der Tarabin den Kampf gegen die Jihadisten des „Islamischen Staates – Provinz Sinai“ (vormals Ansar Bait al-Maqdis) aufgenommen. In Reaktion auf die Tötung eines Stammesmitglieds und die Verbrennung von Autos und Besitz eines bekannten Geschäftsmannes der Tarabin haben Angehörige des Stammes zahlreiche Verstecke der Jihadisten im Norden der Halbinsel angegriffen und in Brand gesteckt. Umstritten ist, ob die Tarabin dem IS offiziell den Krieg erklärt haben oder ob es sich eher um eine private Vendetta des betroffenen Geschäftsmannes handelt.

Saudi-Arabien

Saudi-Arabien hat die Verhaftung von insgesamt 93 Terrorverdächtigen bekanntgegeben, von denen mindestens 65 saudische Staatsbürger sein sollen. Die Mehrzahl der Festgenommenen soll dem Islamischen Staat (IS) angehören. Die Verdächtigen hätten Anschläge auf öffentliche Bauten, Wohnanlagen und Personen aus dem Sicherheitsapparat geplant. Auch ein Selbstmordattentat mit Autobomben auf die US-Botschaft in Riad sei geplant gewesen.

Mittels einer der bis dato umfangreichsten Personal-Rochaden der Geschichte Saudi-Arabiens hat König Salman die Weichen für die Zukunft des Landes neu gestellt. Durch die Besetzung einflussreicher Positionen mit seinen eigenen direkten Nachkommen hat Salman deren Macht für die kommenden Jahrzehnte zementiert. So enthob der König den bisherigen Kronprinzen, Muqrin Bin Abdelaziz, seines Postens und ersetzte ihn durch Innenminister Muhammad Bin Nayif, seinen Neffen und den Architekten der Anti-Terror-Strategie Saudi-Arabiens. Salmans Sohn Muhammad Bin Salman wurde Stellvertretender Kronprinz.

Libyen

Dem Islamischen Staat (IS) zuzurechnende Jihadisten in Derna planen offenbar die lokale Bevölkerung dazu zu zwingen, der Organisation den Treueid zu schwören. Wer sich weigere, solle wegen Unglaubens getötet werden. Die Aktion soll offenbar im Anschluss an eine religiöse Unterweisung durchgeführt werden. Der Zeitpunkt dafür stehe jedoch noch nicht fest. Die Aktion ist ein weiterer Schritt in dem Versuch der Gruppe, Stadt und Bevölkerung stärker unter Kontrolle zu bekommen.

Syrien

Jabhat al-Nusra, Al-Qaidas Ableger in Syrien, hat zwei schwedische Geiseln freigelassen. Die beiden Männer waren bereits 2013 entführt worden. Die Identität der Schweden wurde nicht öffentlich bekannt gegeben; einer der beiden soll Anhänger einer Pfingstkirche sein. Die Verhandlungen sollen länger als zwei Monate gedauert haben und von palästinensischen Sicherheitsbehörden geführt worden sein, mit Unterstützung durch jordanische und schwedische Dienste.