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Was Terroristen wollen

Terroristen wollen vor allem eines: Aufmerksamkeit. Je größer die Aufmerksamkeit nach einem Anschlag, desto erfolgreicher ist dieser aus Sicht der Terroristen. Tatsächlich verfolgen Terroristen mit einem Anschlag eine Reihe von Zielen; das Töten unschuldiger Menschen ist dabei nur ein Mittel zum Zweck.

Bereits bei der Planung eines Anschlags kalkulieren Terroristen die anschließende Berichterstattung mit ein. Aus Sicht der Terroristen bemisst sich der Erfolg eines Anschlags heutzutage vor allem an seiner medialen Verbreitung. Überspitzt formuliert: Für Terroristen ist eine breite Öffentlichkeit wichtiger als die Zahl der Opfer.  Weiterlesen

Buch: „Terrorismus – wie wir uns schützen können“

Auf diesen Moment habe ich lange gewartet: Heute erscheint im Murmann Verlag mein Buch „Terrorismus – wie wir uns schützen können“.

„Jeder kann etwas gegen die Bedrohung durch den Terrorismus tun“ lautet das Credo des Buches, an dem ich in den vergangenen Monaten intensiv gearbeitet habe. Konkrete Handlungsempfehlungen zeigen die eigenen Handlungsspielräume in Gefahrensituationen auf und sollen helfen, das Gefühl der Hilflosigkeit, das viele Bürger angesichts der aktuellen Bedrohungslage empfinden, zu reduzieren. Mit seinem Fokus auf die Praxis füllt das Buch eine Lücke auf dem Markt.

Es geht mir in diesem Buch immer um die praktischen Aspekte von Terrorismus: Darum, was Terroristen mit ihren Anschlägen erreichen wollen, und wie sie bei der Planung und Durchführung von Anschlägen vorgehen. Darum, wie man sich im Falle eines Terroranschlags verhalten sollte,  und was jeder Einzelne tun kann, um der Bedrohung durch den Terrorismus etwas entgegensetzen kann. Denn Terrorismusbekämpfung ist nicht allein Aufgabe der Sicherheitsbehörden, sondern der gesamten Gesellschaft. Und dazu kann jeder Einzelne etwas beitragen.

 

Inhalt:

•    Was Terroristen wollen

•    Wie Terroristen vorgehen

•    Die Bedrohungslage in Europa

•    Verhalten bei Terroranschlägen

•    Was jeder gegen Terrorismus tun kann

 

Das Buch ist seit heute im Handel. Es kann über den Murmann Verlag sowie über den Online- und Offline-Buchhandel in Deutschland, Österreich und der Schweiz bezogen werden.

Ein Sommer der Gewalt: Würzburg, München, Ansbach

Es ist ein Sommer der Gewalt in Deutschland: erst der Terroranschlag in einem Regionalzug bei Würzburg, kurz darauf der Amokläufer von München, gestern schließlich der Anschlag in Ansbach. Vorangegangen waren diesen Taten der Massenmord in Orlando/Florida und der Terroranschlag per LKW in Nizza.

Diese Taten eint nach bisherigen Erkenntnissen nichts, die Verbindungen sind eher bei den Tätern selbst zu finden. Was sie alle gemeinsam hatten: psychische Probleme – und verworrene Motive für ihre jeweiligen Taten. Zudem waren sie allesamt Einzeltäter, zumindest was die Durchführung der Taten angeht.

Der Bezug zum Islamischen Staat (IS) ist im Falle Würzburgs noch nebulös, Weiterlesen

Strategie und Taktiken von Jihadisten: aktuelle Entwicklungen

Aktuelle Entwicklungen von Strategie und Taktiken von Jihadisten sind das Thema eines Artikels von mir, der Anfang April in der aktuellen Ausgabe der Sicherheitszeitschrift Protector&WIK (4/2016) erschienen ist. Hier einige Auszüge:

Paris war der endgültige Beweis, dass der Islamische Staat (IS) nun auch Europa ins Visier genommen hat. Die Anschläge waren von Sicherheitsbehörden und Beobachtern seit Monaten erwartet worden. Denn die Terror-Strategie der Jihadisten ist kein Geheimnis. Formuliert wurde diese Strategie bereits 2005 von einem der wichtigsten jihadistischen Vordenker überhaupt: Abu Musab Al-Suri.

Seine Gedanken zur Strategie des Jihadismus hat Al-Suri in seinem 2005 erschienenen Werk „Aufruf zum globalen islamischen Widerstand“ dargelegt. In seinem Buch propagiert Al-Suri zweierlei: Erstens eine Strategie des dezentralen oder führerlosen Jihad. Schließlich enthält die Schrift konkrete Anweisungen für die Durchführung von Terroranschlägen. Dabei spricht sich Al-Suri in aller Deutlichkeit für Massenmorde aus: Anschläge sollten möglichst viele Menschen töten; das vorrangige Ziel seien daher jene Orte, an denen sich möglichst viele Menschen versammelten: Sportveranstaltungen, Konzerthallen, Restaurants, Märkte, Hochhäuser, grundsätzlich jedes öffentliche Gebäude.

Mit seinem Vorgehen folgt der IS exakt der Doktrin Al-Suris. Die Anschläge von Paris und Brüssel waren Massenmorde ganz im Sinne des Jihad-Strategen. Den Weisungen Al-Suris entsprechend richteten sich die Anschläge allesamt gegen weiche Ziele, um möglichst hohe Opferzahlen zu garantieren.

Dabei stellen die Anschläge von Paris und Brüssel nicht nur in strategischer Hinsicht einen Meilenstein dar. Sie sind auch in taktischer Hinsicht bemerkenswert – und signalisieren einen neuen Trend im jihadistischen Terrorismus. Neu ist der Einsatz unabhängig operierender Hit-Teams, das Vorgehen gegen mehrere weiche Ziele unterschiedlicher Natur sowie der kombinierte Einsatz von Schusswaffen, Bomben und Sprengstoffgürteln.

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Interviews: IS, Entführungen, Terrorgefahr in Deutschland

Der Terror der Jihadisten, allen voran des Islamische Staates (IS) alias ISIS, versetzen weiterhin die Welt in Aufruhr. Die zahlreichen Enthauptungen von Geiseln durch den IS haben das Thema nun endgültig in den Brennpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Im Rahmen der Sendung „Lukrative Propagandaschlacht“ im Deutschlandfunk sprach ich am 16.02.2015 mit Bettina Rühl über die Hintergründe und Zusammenhänge von „Entführungsindustrie“ und Sicherheitsbranche sowie die Verbindung von Terrorismus und Kriminalität in Nordafrika: Weiterlesen

Interviews: IS, die Rückkehr der Jihadisten und eine weitere Enthauptung

Die Frage, welche Gefahr für die innere Sicherheit Jihadisten darstellen, die aus Syrien und dem Irak nach Deutschland zurückkehren, bewegt weiterhin die Medien. Anlässlich der Eröffnung des Prozesses gegen Kreshnik B., der für den IS gekämpft haben soll, habe ich im Interview für die Tagesschau und die Tagesthemen darauf hingewiesen, dass Jihadisten aus Deutschland auf den Schlachtfeldern Syriens und des Irak bedeutungslos sein mögen, unter Anderem weil es Ihnen an militärischen Kenntnissen mangele. Trotzdem stellen diese Rückkehr eine Gefahr für die innere Sicherheit dar: zum Einen, weil sie selber Anschläge begehen können; vor allem aber, weil diese Veteranen die Infrastruktur und die Netzwerke für die tatsächlichen Attentäter zu stellen vermögen – solche, die die deutschen Sicherheitsbehörden nicht auf dem Radar haben und die erst kurz vor einem Anschlag nach Deutschland einreisen, vielleicht zum ersten Mal. Die Jihad-Veteranen könnten somit zu Logistikern des Terrors werden. Dies ist eine neue Entwicklung, die erst der Krieg in Irak und Syrien ermöglich hat – durch eine bis dato beispiellose Vernetzung von Jihadisten aus aller Welt.

Hier der Link zu den Tagesthemen vom 15.09.2014:

Bereits am 14.09.2014 sprach ich mit n24, Kabel Eins und Pro7 über die Hintergründe der Enthauptung des Briten David Haines und die Propaganda des IS. Der Link folgt.

 

 

 

ISIS, Scharia-Polizei und die innere Sicherheit Deutschlands

Welche Gefahr für die innere Sicherheit stellen Jihadisten dar, wenn sie aus Syrien und dem Irak nach Deutschland zurückkehren? Diese Frage bewegt aktuell neben den Sicherheitsbehörden und den Medien auch deutsche Unternehmen, die in der Region operieren. Auf der vom Bundeskriminalamt ausgerichteten Veranstaltung „Staatsschutz im Wandel“ habe ich am 02.09.2014 in Brühl zu diesem Thema einen Vortrag gehalten. Titel: „Die neuen Jihadisten. Der Krieg in Irak und Syrien und die Sicherheit Deutschlands“. Eine Dokumentation zur Tagung gibt es bis dato nicht.

Viele der Jihadisten aus Deutschland haben sich ISIS/IS angeschlossen. Das ist nicht zuletzt auf die gute Medienarbeit der Terroristen zurückzuführen. Über die Propaganda von ISIS/IS und deren Wirkung auf Jihad-Sympathisanten in Deutschland sowie die Frage, wie die Medien damit umgehen sollen, sprach ich am 03.09.2014 mit Bastian Berbner in ZAPP, dem Medienmagazin des NDR. Hier ist der Link zur Sendung.

Nicht alle Salafisten sind Jihadisten. Doch auch die Aktivitäten der „Scharia-Polizei“ von Wuppertal um den deutschen Konvertiten Sven Lau haben gehörig für Aufregung gesorgt. Mit Focus Online sprach ich über die politische Agenda der Salafisten und ihren Versuch, mit der Scharia-Polizei die Reaktion der deutschen Sicherheitsbehörden zu testen.

Vortrag: Wie gefährlich sind „Foreign Fighter“?

Welche Gefahr für die innere Sicherheit ihrer Heimatländer stellen heimkehrende „Foreign Fighter“ dar? Worin genau besteht diese Gefahr? Werden diese Heimkehrer automatisch zu Terroristen? Und welche Rolle spielt der Krieg in Syrien für die Sicherheit in Deutschland?

Am 22.01.2014 hatte ich die Gelegenheit, diese und weitere Fragen gemeinsam mit Claudia Dantschke vom Zentrum für Demokratische Kultur (ZDK) und Daniel Köhler vom Institute for the Study of Radical Movements (ISRM) im Rahmen des dritten MOSECON Luncheons Manchurian Candidate Redux: Wie gefährlich sind heimkehrende „Foreign Fighter“? zu diskutieren.

Es war eine spannende Veranstaltung, die mir einige neue Erkenntnisse beschert hat. Yan St-Pierre von MOSECON hat die wichtigsten Ergebnisse der Veranstaltung hier zusammengefasst. Ein Video der Veranstaltung wird ab Februar bei MOSECON erhältlich sein.

Foto: mosecon.com