Sommerzeit ist Festivalzeit. Dabei sind Großveranstaltungen wie Rock am Ring, Wacken Open Air oder das Hurricane Festival immer auch eine besondere Herausforderung für Veranstalter, Sicherheitsdienste und die Polizei.

In der 13. Folge des KNS Podcasts diskutieren meine Kollegen Malte Roschinski, Yan St-Pierre und ich über die Sicherheit und Risiken bei der Durchführung von Festivals und anderen Großveranstaltungen. Wir beleuchten die potenziellen Gefahren, diskutieren, wie mit abstrakten Bedrohungslagen umzugehen ist und klären, wer von den Beteiligten für Risikoanalyse und Sicherheitskonzept zuständig ist – und ob wir in Deutschland neue Standards zur Sicherung von Festivals brauchen.

Festivals: Freiheit vs. Sicherheit?

Anlass für die Auswahl des Thema war die Auseinandersetzung zwischen der Polizei Mecklenburg-Vorpommerns und den Veranstaltern des „Fusion Festivals“, das vom 26. Juni bis 30. Juni an der Müritz stattfindet. Die Polizei hatte „schwere Mängel“ im Sicherheitskonzept des Veranstalters festgestellt. In Reaktion darauf wollte die Polizei eine mobile Wache auf dem Festival-Gelände aufstellen, zum ersten Mal in mehr als 20 Jahren, in denen das Festival bereits stattfindet.

Inzwischen ist die Polizei nach massivem Widerstand von Veranstalter und Besuchern von dem Vorhaben wieder abgerückt. Nach Äußerungen von Veranstaltern und Besuchern hätte eine dauerhafte Polizei-Präsenz dem Festival seinen Freiheitscharakter genommen und damit dessen Untergang bedeutet. Die Vorgänge sind hier und hier sehr gut dargestellt.

Was bisher geschah: Terroranschlag, Massenpanik, Absagen

Sicherheitsrelevante Ereignisse bei Großveranstaltungen hat es in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren bereits mehrere gegeben: 2010 kamen bei der Loveparade in Duisburg infolge einer Massenpanik 21 Menschen im Gedränge ums Leben, 541 weitere wurden verletzt, zum Teil schwer.

Im Februar 2015 sagten Veranstalter und Polizei den Schoduvel in Braunschweig ab. Grund war eine „konkrete Gefährdung“ durch einen terroristischen Anschlag. Im November 2015 dann wurde das Länderspiel Deutschland – Niederlande absagt – ebenfalls wegen einer „akuten terroristischen Gefährdungslage“.

Im Juli 2016 zündete ein syrischer Asylbewerber einen Sprengsatz in Ansbach auf dem Musikfestival „Ansbach Open“. Er tötete damit sich selbst und verletzte 15 Menschen. 2017 schließlich unterbrachen Polizei und Veranstalter vorübergehend das Festival „Rock am Ring“ wegen eines Terror-Alarms.

 

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