Die Tötung des iranischen Generals Qasem Soleimani durch eine Drohne der US-Armee in Baghdad im Irak Anfang Januar 2020 ist ein signifikantes Ereignis, dessen geopolitische Folgen zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht vollständig absehbar sind.

Mit meinen Kollegen Malte Roschinski und Yan St-Pierre diskutiere ich im 19. KNS-Podcast, wie die Tötung Soleimanis das Machtgefüge im Nahen Osten verändert, welche kurz-, mittel- und langfristigen Auswirkungen das Ereignis auf das internationale Umfeld haben wird, und wie die Reaktion Irans auf die Tötung aussieht. Schließlich beleuchten wir die Auswirkungen für Unternehmen und Reisende in der Region.

Russland und der Islamische Staat profitieren, die USA weniger

Es sind vor allem zwei Akteure, die von der Tötung Soleimanis profitieren: Russland und der Islamische Staat (IS). Wir beleuchten, warum die Tötung Soleimanis für die USA zwar einen taktischen Sieg, aber eine strategische Niederlage bedeutet und welche Rolle der Irak in diesem Konflikt spielt. 

Die entscheidende Frage lautet, wie der Iran auf die Tötung Soleimanis reagieren wird. Im Gespräch sind wir uns einig, dass ohne Zweifel mit Vergeltung zu rechnen ist. Der Iran wird dabei weiterhin auf asymmetrische Kriegführung setzen. Dabei können die für derartige Operationen zuständige Revolutionsgarde (IRGC) aus einem großen Repertoire an Werkzeugen und Strategien schöpfen und auf Stellvertreter wie zum Beispiel die Hizballah in zahlreichen Ländern zurückgreifen, nicht nur im Nahen Osten, sondern auch in Europa, Westafrika, Südostasien und Südamerika. 

Folgen für Unternehmen und Reisende

Die neue Situation im Nahen Osten bedeutet eine veränderte Bedrohungslage für Unternehmen und deren Mitarbeiter. In einigen Teilen der Region ist eine Eskalation des Konflikts innerhalb weniger Stunden möglich. Diese neue Situation wiederum erfordert die Anpassung (hoffentlich) bestehender Sicherheitskonzepte. 

Wir geben einige Empfehlungen zur Reisesicherheit ab, worauf Unternehmen und Reisende besonders achten sollten, darunter im Hinblick auf den eigenen Risikoappetit, das individuelle Risikoprofil von Reisenden, insbesondere bei internationalen Teams; weiterhin zu Notfall- und Evakuierungsplänen und dem Thema Monitoring der Sicherheitslage. 

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