Nachrichtendienste und Nichtregierungsorganisationen (NGO’s) sind beides Organisationen, die in Krisenländern und fragilen Staaten operieren. Fundamentale Unterschiede zwischen beiden Akteuren bestehen in der Mission sowie hinsichtlich des jeweiligen Selbstverständnisses. Dennoch weist die Arbeit von Nachrichtendienste und NGO’s ebenso wie auch von staatlichen Hilfsorganisationen in der Realität oft überraschend viele Gemeinsamkeiten und Überschneidungen auf.

Mit meinen Kollegen Malte Roschinski und Yan St-Pierre diskutiere ich im 20. KNS-Podcast die mitunter fatale Nähe von Nachrichtendiensten und NGO’s. Wir besprechen dabei konkrete Fälle unter anderem aus Afghanistan, Pakistan, Nigeria und aus dem Libanon.

NGO’s sind gute Wirtstiere für Nachrichtendienste

Nachrichtendienste sind in diesem schwierigen Verhältnis zweifellos in der besseren Situation: Die Dienste versuchen besonders in Krisenländern und fragilen Staaten, immer wieder Hilfsorganisationen für ihre Zwecke zu nutzen, sei es als Deckmantel für die eigene nachrichtendienstliche Tätigkeit oder aber durch Abschöpfen von Informationen. 

Hilfsorganisationen bieten sich für Nachrichtendienste deshalb als Legende an, weil sie aufgrund ihrer Tätigkeit in vielen Fällen über eine gute Reputation bei der lokalen Bevölkerung in Krisenregionen verfügen. Daher können sich Mitarbeiter von Hilfsorganisationen oft auch in nur schwer zugänglichen Regionen bewegen. Infolgedessen verfügen sie oft über Informationen über die Lage und die Verhältnisse vor Ort, die wiederum für Nachrichtendienste sehr interessant sind. 

Fazit: Für Nachrichtendienste sind NGO’s gute Wirtstiere. Für Hilfsorganisationen hingegen kann eine (tatsächliche oder angenommene) Nähe zu Nachrichtendiensten das Ende bedeuten – oder mindestens deren Mitarbeiter in ernste Gefahr bringen. 

 

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